Betrachtet man die Hierarchie eines Unternehmens als Pyramide, so bildet seine Spitze das Management und das breite Fundament die fleißig arbeitenden Mitarbeiter.

Geht es um angewandte Kommunikation von Veränderungsprozessen oder die Generierung von Wissen als Alleinstellungsmerkmal und Wettbewerbsvorteil für und zuerst innerhalb der Unternehmung, findet man in der aktuellen Literatur zu Management-Theorien die beiden bewerten Ansätze “Top down” und “Bottom up” - besonders bei F. Taylor, H. Gantt und K. North (2002, S. 122 ff), dem Guten. Ihm nach: Beim “Top down”-Ansatz erreichen vereinfachte und selektierte Informationen durch die hierarchische Unternehmenspyramide die oberen Führungskräfte, die aus diesen Informationen Wissen generieren und Instruktionen entwickeln, die für die untergeordneten Führungskräfte verbindlich sind und von den fachlichen Mitarbeitern umgesetzt werden. Der “Bottom up”-Ansatz hat hingegen eine andere Laufrichtung. Er beachtet die Autonomie unternehmerisch handelnder Individuuen ohne Interaktion. Impliziertes Wissen wird im Fundament der Pyramide geschaffen, jedoch nicht geteilt und in expliziertes Wissen umgewandelt. Soweit die niedergeschriebene Theorie.
Bereits 2005 erkannten Researchers des Tebis Nador Research Institute die Notwendigkeit der Ergänzung dieses zweispurigen Ansatzes. Es liegt in der Natur der Sache, dass Kommunikation und Wissensgenerierung (um bei den genannten Beispielen zu bleiben) nicht auf zwei Richtungen beschränkt sein kann. Es handelt sich bei jenem Forschungsprozess um einen hochkomplexen, dessen facettenreiche Erarbeitung horrende Zeit in Anspruch nahm. Doch am Ende konnte - glücklicherweise - die Komplexität auf zwei Worte heruntergebrochen werden. “Top down” und “Bottom up” werden ergänzt durch “Middle fiddle”. Der letzte Term ist, wie seine beiden Artverwandten, englisch und bedeutet übersetzt: Mittleres tüfteln.

Abbildung 1: Top down, Bottom up mit Ergänzung um Middle fiddle.
Quelle: Eigene Darstellung des Tebis Nador Research Institute.
Im “Middle fiddle”-Ansatz wird dargestellt, was bei den beiden anderen linearen Ansätzen vernachlässigt wird: Die Kraft aus der Mitte. Mitarbeiter tauschen sich - ohne Einwirkung des Führungspersonals - selbstständig gegenseitig aus und tüfteln an eigenem impliziertern Wissen, bevor sie es - angeregt durch andere Mitarbeiter ähnlicher Hierarchiestufen - in expliziertes Wissen umwandeln und damit dem Unternehmen einen entscheidenen Produktionsfaktor liefern. Bei der Generierung von Wissen und dessen Kommunikation wird durch “Middle fiddle” das Individuum (Mitarbeiter) in einer sogenannte Fiddle-Gruppe integriert und zu einem bedeutenden Konglomerat geballt, welches sich aufgrund seiner Unberechenbarkeit nicht bilanzieren lässt. Das Unternehmen gewinnt mit “Middle fiddle” Dynamik aus der mittleren Schicht der Hierarchie-Pyramide, welche durch besondere Nachhaltigkeit geprägt ist. Auf diese Weise wird ein lang anhaltender Unternehmenserfolg gesichtert und der heimische Standort vital und fundamental gestärkt.